International Camp on Communication and Computers 2016

Diplom-Informatiker Gerhard Jaworek aus dem TERRAIN-Konsortium für das Studienzentrum für Sehgeschädigte Studierende (SZS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nahm auch dieses Jahr am ICC 2016 (International Camp on Communicaton and Computers) teil, das vom 25. Juli bis zum 3. August an der Technischen Universität Dresden stattfand.

In drei Themenbereichen präsentierte er in mehrfachen Workshops wie Blinde einen unmittelbaren Zugang zur Astronomie erhalten können, führte in die barriefreie Nutzung der Audio-Workstation Audacity ein, und schulte, wie man wohlformatierte naturwissenschaftliche Texte mittels LaTeX erstellt.

Verschiedene Anbieter präsentierten dort auch neue Entwicklungen in Accessibility Technology (AT) vor, so wurde von der Firma HandyTech die Brille „Orcam“ vorgestellt, die mittels einer Kamera und Gestensteuerung in der Lage ist, Straßenschilder, Plakate, Speisekarten etc. vorzulesen. Sie kann auch auf Personen trainiert werden.

Die Universität Dresden demonstrierte einen Prototypen eines elektronischen Blindenhundes, der bei Orientierung und Mobilität unterstützen soll.

In weiteren Workshops wurde z. B. der Zugang zu elektronischen Schaltungen für Menschen mit Blindheit auf Basis von Sensoren und der Arduino-Technologie vermittelt.

Auch grundlegende pädagogische Themen wurden im Rahmen von Vorträgen behandelt, z. B. die Gestaltung barrierefreier MOOCs. Das „International Camp on Communication and Computers“ ICC-Camp richtet sich an blinde und sehbehinderte jugendliche und junge Erwachsene.

Ursprünglich entstand das ICC, als europäisches länderübergreifendes Projekt, um der Zielgruppe im Rahmen von Workshops IT-Kenntnisse zu vermitteln, die vor etwa 20 Jahren in den verschiedenen Partnerländern sehr unterschiedlich vorhanden waren.

Mittlerweile hat sich das ICC zu einem holistischen Konzept entwickelt. Es werden Kenntnisse und Fertigkeiten geschult die weit über IT und AT hinaus gehen, z. B. Präsentationstechniken, Studieren im Ausland, Verfassen einer internationalen Bewerbung und vieles mehr.

Das ICC entstand ursprünglich als gemeinsames Event der Forschungsabteilung „Computer Science for the Blind“ an der Universität Linz, dem „Studienzentrum für Sehgeschädigte Studierende“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) um für Blinde oder Menschen mit Seheinschränkungen durch Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der AT die Möglichkeiten zu verbessern, gleichberechtigt an Kursen in Universitäten und Schulen teilnehmen zu können.

Vor dem Hintergrund, wieviel Europa manchmal in Europa nicht funktioniert, ist das ICC ein lebendiges Beispiel für gelebtes Europa in Inklusion, so das Fazit von Gerhard Jaworek.