Hilfsmittel und Technologiefolgenabschätzung

Ein Beitrag von Gerhard Jaworek.

  • Wer ist Schuld, wenn ein autonom fahrendes Auto einen Unfall baut?
  • Welche Entscheidung soll ein Roboter treffen, wenn bei allen Möglichkeiten jemand in Gefahr geriete?
  • Wie soll eine Maschine aussehen, damit sie in der Pflege akzeptiert wird?
  • Wie viel Entscheidung soll mir ein Hilfsmittel abnehmen, ohne dass es  bevormundend wird?
  • Wie diskret soll eine Hilfstechnologie sein, dass sie nicht stigmatisierend wirkt?

All diesen Fragen ist gemeinsam, dass sie technisch mögliches in Frage stellen.

Mit zunehmenden technischen Errungenschaften, Atomkraft, Gentechnik, künstlicher Intelligenz bis hin zu autonomen fahren, ist es immer wichtiger, zu hinterfragen, ob eine Entwicklung eher segensreich oder Fluch für die Menschheit ist.

Aus der Disziplin, Technologie auf ihre Folgen hin zu überprüfen, ist mittlerweile eine Wissenschaft entstanden. Diese versucht mit systematischen Verfahren, wie beispielsweise Fragebögen, Interviews, Workshops und weiterem, Technologien auf ihre Folgen hin zu untersuchen und gegebenenfalls zu warnen, sollten die Folgen eher negativer Natur sein. Diese Wissenschaft nennt man Technikfolgen-Abschätzung. Abschätzung deshalb, weil man sich nie ganz sicher sein kann, ob die Prognosen und Folgen genau so eintreffen, wie man das abgeschätzt hat.

Diese Wissenschaft arbeitet in dem Bewusstsein, dass die Einführung neuer Technologie immer folgen hat und eventuell sogar gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringt.

Die Forschungsinhalte der ITAS-Forschung werden häufig als ELSI-Fragen bezeichnet. ELSI steht für Ethical, Legal and Social Implications. (Ethische, rechtliche und soziale Implikationen oder Aspekte).

In unserem Terrain-Projekt wird viel mit neuer Technologie experimentiert. Aus diesem Grunde ist einer der Partner unseres Terrain-Projektes das Institut für Technikfolge-Abschätzung (ITAS).

Es versucht mit Experten, Betroffenen und außenstehenden Technikfolgen abzuschätzen, die beispielsweise dadurch entstehen, dass man eine Kamera an der Brust trägt, dass Eigenverantwortung an neuronale Netze abgegeben wird und vieles mehr.

Zu diesem sehr spannenden und breiten Themenfeld sind im Podcast des Projektes zwei Folgen erschienen: Die aktuelle Folge behandelt die Erfahrungen und die verschiedenen Gespräche, die Markus Winkelmann und Sebastian Ritterbusch beim zweiten Vernetzungstreffen der Projekte in der Förderlinie „Verlässliche Technik für den mobilen Menschen“ führen konnten. Das Treffen fand am 18. April 2018 in Frankfurt statt: Neues Terrain 10 – Vernetzungstreffen Intelligente Mobilität

Eine weitere Folge befasst sich grundsätzlich mit den Aufgaben die das Institut für Technikfolgeabschätzung des KIT ITAS hat: Neues-Terrain-03 – Innovationsforschung

Der sehr zu empfehlende Wissenschaftspodcast @omegataupodcast  brachte eine Folge mit Prof. Grunwald, dem Leiter des ITAS heraus: Omega Tau 275 – Technikfolgenabschätzung

Technik zeigte in der Geschichte schon immer Folgen. Und Folgen steht hier wertfrei für das Wort Veränderung. Besonders in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, sich professionell mit den Folgen zu beschäftigen, welche die rasanten technischen Entwicklungen der Neuzeit für uns bereit halten.

Dieser Beitrag wurde zuvor durch das SZS auf Facebook veröffentlicht.

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