Partizipation

Ein ausgedehnter Einsatz an unterschiedlichen Technologien, wie sie in TERRAIN entwickelt werden sollen, wirft vor allem im Zusammenhang mit der speziellen Situation von Menschen mit Sehbehinderungen auch immer Fragen auf, die über die rein technische Ebene hinausgehen. Daher wird die technische Entwicklung über den gesamten Prozess von einer so genannte entwicklungsbegleitenden Technikfolgenabschätzung (eTA) flankiert, in der sowohl Experten aus Wissenschaft und Praxis, sowie Experten in eigener Sache (Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit) als auch eine interessierte Bürgerschaft einbezogen werden.

Einbindung von Experten

Bei der Beteiligung von Experten werden drei Expertenrunden durchgeführt, in denen unterschiedliche Disziplinen aus der Wissenschaft (z.B. Vertreter der technischen, ethischen, juristischen, sozialen, medizinischen, psychologischen Disziplinen) und Praxis (z.B. Leiter/Leiterin einer Selbsthilfegruppe) sowie Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit miteinander diskutieren sollen. Dabei soll diese unabhängige Expertenrunde den Projektpartnern während des gesamten Prozesses beratend zur Seite stehen und bei der Entwicklung und dem Einsatz der verschiedenen Technologien die unterschiedlichen offenen Fragestellungen und Aspekte im Blick behalten. Dies können bspw. Fragestellungen sein, wie: wer haftet für mögliche Schäden, die bei der Nutzung des technischen Hilfsmittels entstehen, wie stellt sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis der technischen und sozialen Innovation dar. Die ethisch-sozialen Aspekte fragen hingegen bspw. nach den Bereichen, in denen die Technik eingesetzt werden soll und welche Ersetzungsverhältnisse dabei berücksichtigt werden müssen. Dabei begleiten die Experten die Nutzerstudien aus Ihrer jeweiligen wissenschaftlichen und Alltags-Expertise heraus. Die Hinweise und Empfehlungen der Experten in den Workshops können u.a. in einen verantwortungsvollen und von allen Akteuren akzeptierten Technikeinsatz münden.

Einbindung von interessierter Bürgerschaft

Im zweiten Reflexionsprozess werden in einer sog. Situations- und Erwartungsanalyse die Erwartungen der im soziotechnischen Arrangement involvierten Bürgerinnen und Bürger in Einklang gebracht. Ausgehend von Situationsbeschreibungen, in denen die Technik eingesetzt werden soll, ist es entscheidend, die unterschiedlichen konkreten Erwartungen an die Technik und die Veränderungen des gesellschaftlichen Gefüges durch den Technikeinsatz zu explizieren. Dabei ist u.a. an die Akzeptanz der Kameranutzung im öffentlichen Raum zu denken. Methodisch wird dies mit einer Bürgerwerkstatt mit ca. 20-30 Teilnehmern, die zu 5 bis 6 Gruppen gruppiert werden können, ermöglicht. Die Teilnehmer werden über eine repräsentative Stichprobe (18 bis 80 Jahre) gewonnen.