Motivation

“Viele trauen sich gar nicht mehr aus ihren vier Wänden,
weil sie nicht wissen, auf welche Hindernisse sie draußen stoßen” 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit ca. 285 Millionen Menschen mit Sehbehinderung, darunter ca. 39 Millionen blinde Menschen. In Deutschland geht man von ungefähr 1,2 Millionen Menschen mit Sehbehinderung und ca. 100.000 blinden Menschen aus. Diese Zahl wird aber aufgrund des demografischen Wandels weiter zunehmen. Durch den teilweisen oder vollständigen Verlust des Sehvermögens werden Blinde und Sehbehinderte in erheblichem Maße in ihrem Arbeits- und Sozialleben eingeschränkt. So haben sie zwei Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen das freie Bewegen durch Raum und Verkehr (Navigation), und zum anderen das Wissen um die räumlichen Sachverhalte und die begehbaren Wege (Orientierung). Gründe hierfür sind Probleme bei der Wahrnehmung von Hindernissen und Orientierungspunkten, die entscheidend sind, um eine geistige Landkarte zu erstellen, damit ein Bild von der Umgebung zu erschaffen und den eigenen Standort bestimmen zu können. Durch diese Defizite entsteht oftmals Angst vor Unfällen und Zusammenstößen, häufig auch vor Orientierungslosigkeit, was zu einer Verminderung des Bewegungsradius sowie zu einer eingeschränkten Mobilität und im Schluss zu einer sozialen Isolation führen kann: So gehen drei von zehn Blinden oder Sehbehinderten nie ohne (sehende) Begleitung nach draußen, bei älteren Menschen ist der Anteil sogar noch höher, hier verlassen zwei von drei Personen nicht mehr ihr Zuhause. Vor diesem Hintergrund möchte das Vorhaben TERRAIN blinden und sehbehinderten Menschen einen Zugang zu ihren individuellen Sozialräumen im Quartier und eine „gesicherte Teilhabe“ am sozialen Leben ermöglichen, also einen individuellen Lebensstil und gesundheitsfördernde Mobilität.