Projekt

In urbanen, unbekannten Lebensräumen ist es für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung oft schwierig sich zurecht zu finden. Verschiedene Umgebungen wie Stadtzentren, Parks oder Waldwege stellen unterschiedliche Anforderungen an die Orientierung und Mobilität. Mangelnde Ortskenntnisse und Orientierungsschwierigkeiten können dazu führen, dass Menschen mit Blindheit manche Bereiche der Stadt wie zum Beispiel Naherholungsgebiete nicht nutzen. Ein eingeschränkter Bewegungsradius und soziale Isolation sind die Folge. Assistenzsysteme – die bei der Navigation im öffentlichen Raum helfen Hindernisse und Orientierungspunkte zu erkennen – können die Lebensqualität spürbar verbessern.

Die Silhouette einer Person mit Langstock befindet sich auf dem Weg zu einem Park mit der Unterstützung eines mobilen Assistenzsystems.
Mobilitätsunterstützung für blinde und sehgeschädigte Menschen durch akustische und haptische Informationen über die Umgebung

Ziele und Vorgehen

Ziel von TERRAIN ist die Entwicklung eines tragbaren Assistenzsystems zur Unterstützung der Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen im innerstädtischen Umfeld. Das System kombiniert eine auf digitalen Kartendaten basierende Navigation mit kamerabasierten Bildverarbeitungsverfahren. So werden Wege, Hindernisse, Ampeln, Straßenübergänge sowie interessante Landmarken, Gebäude und Objekte erkannt. Dazu wird eine barrierefreie, akustische und haptische Benutzerschnittstelle entwickelt, die sich an die Bedürfnisse und Vorlieben der Benutzerinnen und Benutzer anpassen lässt. Eine neuartige mobile,  drahtlos angebundene Braillezeile wird ebenfalls integriert.

Innovationen und Perspektiven

Mit TERRAIN werden entscheidende Hürden bei der Fortbewegung und Navigation beseitigt und das Vertrauen in die eigenen Bewegungs- und Mobilitätsfähigkeiten der Nutzer gestärkt. Alltagswege können selbstständig zurückgelegt werden; Bewegung und soziale Kontakte sichern das physische und psychische Wohlbefinden.